MSC Neumühle 1987 e.V.

Bremswagaziaga

1. Bremswagaziaga, was ist das?    
2. Wie bereite ich meinen Schlepper auf einen Tractor Pull vor? ↓
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3. Platzordnung für das Bremswagaziaga ↓
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4. Reglement
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1. Bremswagaziaga, was ist das?
 
Beim Bremswagaziaga muss ein mit Gewicht beladener, so genannter Bremswagen möglichst weit über den Acker gezogen werden. Das große Ziel aller ist der Full-Pull. Im Klartext: Ohne stehen zu bleiben die 100 Meter bis zum Ziel zu kommen.  
Nicht Chrom und Schnickschnack zählen, sondern das was unter der Motorhaube steckt. Das A und 0 der Taktik ist die richtige Gewichtsverteilung, die schweren Maschinen müssen hinten und vorne optimal beladen sein. Mit allerlei Tricks arbeiten hier die Fahrer. Da wird schon mal Wasser in die Hinterreifen gepumpt, um den Anpressdruck auf der Hinterachse deutlich zu erhöhen.
Ausschlaggebend ist nicht nur die Motorkraft, es kommt auch auf fahrerische Geschicklichkeit und ebenso auf Fußspitzengefühl an - weniger Gas bringt manchmal mehr Meter ein. Es dürfen aber keine aufgemotzten Schlepper auf die Piste gehen, sondern nur solche, die amtlich zugelassen und vom TÜV abgenommen sind und den Vorschriften der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft entsprechen. Das Bremswagaziaga funktioniert so: Beim Start der Gespanne befindet sich das Gewicht verteilt auf der Kufenvorderkante und den Rädern des Bremswagens. Je weiter der Fahrer fährt, umso mehr senkt sich die Kufe ab und verstärkt die Bremswirkung. Ist die Kufe komplett abgesenkt, wird noch die Achse des Bremswagens angehoben um das Gewicht das auf die Kufe wirkt, weiter zu erhöhen. Neben dem Kräftemessen der Fahrzeuge soll die Veranstaltung auch eine Gaudi sein. 

2. Wie bereite ich meinen Schlepper auf einen Tractor Pull vor?

 

Ich bin kein ausgewiesener Spezialist für Traktor Pulling mit Serienschleppern, aber ein paar grundsätzliche Infos kann ich Euch sicherlich geben.
 
Wenn in der Nähe ein Traktor Pull oder Trecker Treck ansteht und ihr daran teilnehmen wollt, gibt es ein paar Dinge zu beachten.
 
Die größte Angst ist ja immer, dass der Schlepper kaputt gehen könnte. Die Gefahr ist aber relativ gering, wenn ihr nicht anfangt, den Schlepper über sein zulässiges Gesamtgewicht zu beladen.
 
Grundsätzlich ist es so, dass ihr Euch einem sportlichen Wettkampf stellt und das heißt auch, der Traktor muss dazu etwas vorbereitet werden.
Ihr geht ja auch nicht in Lackschuhen zum Fußball.
Also plant gleich mal einen Abend Arbeit mit Schweißgerät und etwas Stahl ein.
 
Als erstes besorgt Euch das Reglement des jeweiligen Veranstalters und schaut Euch an, welche Gewichtsklassen (es handelt sich um maximal Gewichte) gefahren werden und auf welcher Höhe und wie die Kette eingehängt wird.
Da kann es Euch schon passieren, dass das bei Eurem Schlepper nicht ganz passt und ihr euch Zusatzgewichte besorgen und eine entsprechendes Zugpendel bauen müsst.
Ganz wichtig hier: Die Kette sollte nicht oberhalb des Hinterachsmittelpunktes eingehängt werden und auch sämtliche Verbindungen und Halter für ein Zugpendel sollten nicht oberhalb des Hinterachsmittelpunktes befestigt sein. Mit der hohen Anhängung und auch Anlenkung haben sich schon so einige "über Kopf" gedreht, also überschlagen.
 
Dann solltet ihr ein paar sogenannte Steigbegrenzer bauen:
(Der blöden Spruch, dass Allradschlepper vorne nicht hochgehen, kommt von Leuten die auf Sand wohnen und pullen und noch nie auf einer guten Bahn mit 50cm Anhängung im Zugpendel gefahren sind.).



 

Einfach auf jeder Seite zwei Platten, so wie auf dem Bild gezeigt, in die Unterlenker setzen. Die Unterlenker dann arretieren und der Schlepper kann sich schon mal nicht mehr überschlagen.
 
Das ist keine Stunde Arbeit und kann unter Umständen Leben retten.
Ein guter Test ist immer, wenn man den Schlepper vorne mal mit dem Gabelstapler anhebt.
 
Damit habt ihr den Schlepper schon mal sicherheitstechnisch auf einem guten Stand.
 
Dann kommt die große Frage, Allrad oder nicht?
Auf festen, lehmhaltigen Böden macht Allrad in den Klassen unter 8t wenig Sinn, weil die Vorderräder kaum noch belastet werden und Euch höchstens die Bahnoberfläche aufkratzen, so dass die Hinterräder keine Traktion mehr finden.
Das andere Problem ist, dass die Schlepper sich mit Allrad häufig aufschaukeln und dann geht es richtig auf das Getriebe. Passiert Euch das beim Zug, am besten sofort den Allradantrieb ausschalten oder kurz vom Gas gehen.
Auf weichen Böden sieht das natürlich anders aus.
 
Wenn ihr mit Allrad fahrt, nicht gerade auf "Karnickelsand" gepullt wird und mit Zugpendel gefahren wird, dann lasst vorne Luft aus den Reifen (so wenig Luft wie möglich) und packt alles, was ihr an beweglichem Gewicht habt, auf die Vorderachse. Wenn noch abgefahrene Reifen für die Vorderachse vorhanden sind, drauf damit.
Wird mit einer langen Kette gefahren, braucht ihr eine andere Balance, die sich dann allerdings aus den Bodenverhältnissen ergibt.
 
Zum Thema Reifen:
Hier hängt die richtige Wahl ein bisschen von der Bahn ab, aber grundsätzlich sind hohe Stollen für das Pulling nicht zu gebrauchen. Kommt also nicht auf die Idee, Euch extra für den Wettkampf neue Reifen zu kaufen oder an den Trecker zu schrauben. Wer noch einen Satz abgefahrene Reifen auf Felgen stehen hat, sollte diese dran schrauben.
Wer mit Zwillingen auftaucht, wird sich in kleinen Klassen als Anfänger outen. Die machen wirklich nur Sinn, wenn es auf weiche Bahnen geht und man auch genug „Druck” auf die Stollen bekommt.
Am besten gehen immer noch relativ hohe Reifen (38 oder mehr Zoll) mit wenig Profil und wenig Luftdruck.
Um es zu verdeutlichen: Die ambitionierten Teams reißen sich um abgefahrene 650/65 - 38 bzw. 42 Zoll Reifen von Michelin und Kleber.
 
Welchen Gang man fahren soll, liegt an der Bahn und dem Bremswagen. Generell, lieber zu langsam als zu schnell, es sei denn ihr habt 500 PS unter der Haube und könnt den Schlitten im Straßengang ziehen und beschleunigen. Da kann man dann schon mal mit Schwung weiter kommen als mit reiner Zugkraft.
 
Alles andere sind so Tricks, die man sich von den anderen Teams ab gucken kann oder selber in Erfahrung bringen muss.
Geht davon aus, dass ihr als Neulinge gegen alte Hasen kaum eine Chance habt.
Nehmt ein paar Fans mit, die Euch anfeuern können. Schaut genau zu was die anderen machen, seid pünktlich an der Anmeldung, der Waage und der Abnahme und macht Euch einfach einen schönen Tag unter Gleichgesinnten! Wenn es dann tatsächlich noch einen Pokal gibt, um so besser!
 
Und Achtung: SUCHTGEFAHR!



3. Platzordnung für das Bremswagaziaga

Das Betreten des Festgeländes erfolgt auf eigene Gefahr. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung für entstehende Sach- oder Personenschäden.
Eltern haften für Ihre Kinder.
Jeder ist für seine eigene Sicherheit sowie für die Sicherheit anderer mit verantwortlich.
Den Anweisungen des Veranstalters ist Folge zu leisten.
Das Betreten der abgeschrankten Bereiche ist strengstens verboten. In den abgeschrankten Bereichen, sowie im Zuschauerbereich, ist das Fahren strengstens verboten.
Auf dem gesamten Festgelände gilt für Fahrzeuge aller Art Schrittgeschwindigkeit.
Offenes Feuer jeder Art, z. B. zum Grillen, ist verboten.
Der Ausschank von Getränken obliegt ausschließlich dem Veranstalter. Die Eigenversorgung durch Grillen, Kochen usw. ist untersagt.
Wegen der hohen Brandgefahr möchten wir Sie bitten, keine brennenden Gegenstände, wie z. B. Zigarettenkippen, auf den Boden zu werfen. Bitte benutzen Sie dafür die aufgestellten Behälter.
Die Anreise am Vortag der Veranstaltung bzw. Übernachtung auf dem Veranstaltungsgelände ist grundsätzlich gestattet.
 
Gez.: Der Veranstalter